Marnitz Therapie - Erläuterungen

„Gezielte Tiefenmassage korrespondierender Zonen“

Von Dr. med. Harry Marnitz entwickeltes komplexes Therapiekonzept, zur gezielten Behandlung des Bewegungsapparates bei Schmerzzuständen, nach Traumen, degenerativen Veränderung und den daraus resultierenden Statischen Veränderungen. Dieses ganzheitliche, befundorientierte Therapiekonzept nutz manuelle Techniken wie; Druck und Zug Reize, Dehnungen und Mobilisation, um über neurophysiologische Wirkungsketten Einfluss auf das manifeste Krankheitsgebiet zu nehmen.

Marnitz beobachtete, dass eine Schädigung des Gewebes, sei es durch Überbeanspruchung oder Trauma, regelmä§ig neben der Manifestation im primären Krankheitsgebiet auch zu einer meist unterschwelligen Reaktion im Bereich derselben Segmentgruppe kommt (periphere Störzonen). Dies geschieht durch die segmentale Innervation, bzw. durch das vegetative Nervensystem, das alles leitend verbindet.

So kann beispielsweise ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule sowohl pathologische Auswirkungen im Verlauf des betroffenen Innervationsgebietes mit sich bringen, als auch im Bereich der BWS und HWS Konsequenzen nach sich ziehen. Um eine vollständige Beschwerdefreiheit des Patienten zu erreichen und rezidive zu vermeiden, müssen alle auf das Krankheitsgeschehen Einfluss nehmenden pathologischen Auffälligkeiten behandelt werden. Marnitz spricht hier von peripheren Störzonen die krankheitserhaltend wirken können = korrespondierende Zonen.

Zielsetzung seiner Therapie ist es, über die Behandlung peripherer Störfelder einen zentripetalen Heilreiz zu setzen. Das hei§t, die Summation der Griffe wirkt vegetativ-reflektorische auf das primäre Krankheitsgebiet. Es kommt zu einer Durchblutungsförderung im Segmentbereich, die Stoffwechselsituation verbessert sich Reparatur-Mechanismen treten in Kraft und es kommt zu einer Tonusregulation. Über diese Wirkungsweise wurde im Jahr 2000 ein Wissenschaftlicher Nachweis erbracht. (siehe Literaturliste)


Die Marnitz Therapie...

  • ...ist nicht nur eine Grifforientierte sondern vor allem eine Befundorientierte Weichteiltechnik

  • Man arbeitet nicht unbedingt so lange an einem Ort, bis eine lokale Besserung eintritt Zielsetzung ist viel mehr, die reflektorisch zentripetale Wirkung durch die Behandlung der Schlüsselzonen

  • Grifftechnik; sanft eindringliche Durchführung mit den Daumen oder Fingerspitzen. Es kommt dabei zu einem Dehn-Reiz der Muskelspindel und zur plastischen Deformation der Faszien. Dies ist der Schlüssel zur Auflösung von Mustern die über lüngere Zeit bestanden haben.

  • Die von Dr. Marnitz beschriebenen Punkte sind anatomisch exakt tastbare Strukturen (Anatomie in vivo)

  • Zunächst erfolgt die Befundaufnahme im sog. > Wurzelgebiet < dann die Behandlung in der Peripherie, danach die Kontrolle im Wurzelgebiet

  • Marnitz integrierte in sein Therapiekonzept Griffe der Manipulativmassage, sowie spezielle Dehnungen, sog. manuelle Techniken und krankengymnastische Ma§nahmen


Die Praktische Durchführung gliedert sich in:

  • Inspektion
  • Funktionsprüfung
  • Befundaufnahme
  • Behandlungskonzept
  • Dehnung und Mobilisation


Indikationen

Allgemeine Indikationsgebiete, entsprechend der Befunderhebung

  • Funktionelle Bewegungseinschränkungen auf Grund tendomuskulärer Dystonien

  • Arthromuskuläre Beschwerden des Bewegungsapparates mit Hartspannzonen (Bandscheibenprotusion-/prolaps, Schulter-und Hüftgelenks-Beschwerden, "Impingement")

  • Tendomyosen und damit verbundene Schmerzzustände (Migräne-Kopfschmerzen, Lumbalsyndrom,...)

  • Posttraumatische und / oder postoperative Funktionsstörung des Bewegungsapparates

  • Begleitbeschwerden am Bewegungsapparat bei Lymphödem Patienten


Behandlung von Lymphödem Patienten:

Bei dieser Patientengruppe kommt es unter anderem durch folgende Faktoren häufig zu einer statischen Fehl - Belastung:

  • Gewicht des Ödems
  • Bewegungsminderung durch Schmerz (Narbenzüge,...)
  • Einseitige Überbeanspruchung
  • Psychosomatische Schutzhaltung... usw.
Die reflektorische Wirkung der Marnitz Therapie, unterstützt hier positiv den lokalen Reiz an den Strukturen. Da es zu keiner Hyperämie im Ödembereich kommt, wird ein Anstieg der lymphpflichtigen Last vermieden. Viel mehr kommt es durch die Muskelentspannung zu einem physiologischeren Bewegungsverhalten und dadurch zu einem verbesserten Abfluss der Lymphlast. Wärmetherapien und durchblutungsfördernde Maßnahmen sind in den gestauten Extremitäten und den dazugehörigen Rumpfquadranten kontraindiziert.


Allgemeines

Verordnung als Marnitz Therapie oder als klassische Massage möglich (Absprache mit dem Therapeuten/Arzt) Einzelne Grifftechniken, können in alle Behandlungen integriert werden Kombination mit Thermischen Anwendungen (Fango, Kryoth., …) Elektrotherapie, Krankengymnastik oder anderen Maßnahmen, ist bei entsprechendem Befund möglich. Sollte aber nach der Marnitz Therapie stattfinden, da sonst, unter umständen, der Befund verfälscht wird.

 

 
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